Tillerstock/ -gerät

Selbstgebaute Ausrüstungsgegenstände wie Armschutz, Köcher, etc.
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MrCanister123
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Tillerstock/ -gerät

Beitrag von MrCanister123 » 22.10.2018, 14:04

Hallo zusammen,

habe von meinem Vater letzte Woche einen Tillerstock zum Geburtstag bekommen.
Habe bisher meine Bögen nur grob provisorisch gebaut, bin aber auch noch voll am Anfang (habe erst angefangen).
Zu dem Tillerstock hier kurz ein Bild.

Meine Frage wäre: Ist es schlimm wenn das Tillern nicht über einen Seilzug läuft, sondern der Bogen an den Einkärbungen amTillerstock gespannt ist?

Weil nur mal angenommen
- ich würde den Bogen hier spannen
- dann ein paar Schritte zurücklaufen
- dann schauen ob sich beide Wurfarme gleich biegen
- dann anzeichne wo noch was weggeschafft werden muss
- und dann den Bogen wieder entspanne

vergehen ja mind. 10 Sekunden.

Ist doch ziemlich schlecht für den Bogen so lang gespannt zu bleiben oder?
s-l1600.jpg
Grüßle

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Rotzeklotz
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Re: Tillerstock/ -gerät

Beitrag von Rotzeklotz » 22.10.2018, 14:13

Ja, ist ziemlich schlecht.
Wenn du mit dem Tillerstock arbeitest, häng den Bogen max. bis halben Auszug ein. Darüber hinaus würde ich nur ausziehen ohne einzuhängen und das Ganze filmen - oder gleich was mit Umlenkrolle bauen.

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MrCanister123
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Re: Tillerstock/ -gerät

Beitrag von MrCanister123 » 22.10.2018, 14:58

Ja dachte ich mir.. Eigentlich wäre es doch ausreichend wenn ich den Bogen immer nur zur Hälfte ausziehe oder?
Da sieht man ja normal schon, wenn er gut im Tiller ist..
Ist es dann kein Problem wenn man ihn nur zur Hälfte auszieht und so länger gespannnt lässt?

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Squid
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Re: Tillerstock/ -gerät

Beitrag von Squid » 22.10.2018, 15:04

Nö, tillern musst du schon bis zum Vollauszug. Sonst können seltsame Dinge auf den letzten paar Zoll entstehen.
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.

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Re: Tillerstock/ -gerät

Beitrag von fka » 22.10.2018, 15:05

Ich würde auch was mit Umlenkrolle bauen. Säg doch die ganzen Haken am Tillerstock ab, kauf im Baumarkt eine Umlenkrolle und schraub sie unten dran, feddich :) Tut zwar weh am Geschenk vom Vater rumzusägen, aber so werden deine Bögen nur unnötigen Set bekommen.

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Rotzeklotz
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Re: Tillerstock/ -gerät

Beitrag von Rotzeklotz » 22.10.2018, 15:08

Was heißt unbenklich...mach es dir zum Grundsatz, deine Bögen möglichst kurz im Auszug zu halten, egal wie weit. Mit Übung sieht man auf Standhöhe und kurzem Auszug schon ne Menge. Ausziehen musst du ihn am Ende dann schon noch ganz, aber nicht für die Hauptarbeit am Tiller, sondern zur (möglichst schnellen) Kontrolle und für letzte Feinheiten.

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Re: Tillerstock/ -gerät

Beitrag von Spanmacher » 22.10.2018, 20:07

Umlenkrolle
Ein zu hohes Zuggewicht ist nichts anderes als Körperverletzung und verhindert darüber hinaus einen brauchbaren Trainingseffekt.

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Re: Tillerstock/ -gerät

Beitrag von Ravenheart » 23.10.2018, 13:27

Ich habe keine Umlenkrolle - und komme gut zurecht.
Ich mache es so:
Bis 1/2 Auszug so, wie Du beschrieben hast. Das schadet dem Bogen nix. (Den fertigen Bogen lasse ich dann mit 1/2 Auszug sogar auch mal ein- zwei Stunden halbgezogen drin hängen, damit er sich setzt!)

Über 1/2 Auszug ziehe ich, hänge ein, trete zurück und MERKE mir die anzuzeichnende Stelle.
Dann entspanne ich ihn auf 1/2 Auszug und zeichne an.

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Re: Tillerstock/ -gerät

Beitrag von kra » 23.10.2018, 18:15

Der Tillerstock steht bei mir in der Ecke. Ich arbeite entweder mit Seilrolle oder indem ich den Bogen (wenn ich schon eine Sehne aufziehen kann) mit umgekehrtem Griff, also mit Bogen am Kopf und die Sehne wegdrücken) leicht ausziehe und dabei die Biegung beobachte. Ich hab damit 2 Parameter gleichzeitig - einmal sehe ich wie sich der WA biegt und zum anderen fühle ich, wie sich der Bogen ziehen läßt.
ABER, das ist individuell verschieden, der Eine mag es so, der Andere anders - und beide haben Recht ;D
“Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.”
– George Bernard Shaw

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